Interview with Kevin Franke
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Interview with Kevin Franke





Erzählen Sie uns ein bisschen über ihnen und weshalb Sie nach England gekommen sind.

Mein Name ist Kevin Franke Franke, ich bin 27 Jahre alt und wohne in Frankfurt. Geboren bin ich aber in einer Stadt namens Bensheim, die etwa die Größe von Rugby hat und 70km südlich von Frankfurt liegt. Ich bin nach Frankfurt gezogen, um dort zu studieren. Nach meinem Bachelor in Bioinformatik habe ich mich entschlossen Lehrer werden zu wollen. Daher studiere ich jetzt Lehramt für Englisch und Biologie an der Goethe-Universität. Ich war noch nie für längere Zeit im Ausland, es ist aber ein Traum den ich mir immer erfüllen wollte. Als ich von der Stelle als Deutsch Assistent hörte, wusste ich sofort, dass ich das machen möchte. So kann ich Erfahrung als Lehrer sammeln, neue Menschen kennenlernen und gleichzeitig mein Englisch verbessern.

Wie vergleicht ihre Erfahrung in ihrer alten Schule mit Rugby?

Meine alte Schule war eine staatliche Schule und eine Tagesschule. Es gibt also sehr viele Unterschiede im Vergleich zu Rugby. Zum einen das Schulsystem an sich, ich finde, dass alle Schüler hier in England viel freier über ihre Fächer entscheiden können. In Deutschland muss man manche Fächer, wie Deutsch, Mathematik oder Englisch bis zum Ende der Schule besuchen. Ich denke, dass beide Systeme Vor- und Nachteile haben, aber es ist für mich sehr interessant zu sehen, wie alle Schüler hier ihre eigenen Interessen besser verfolgen können. Ein anderer großer Unterschied sind natürlich auch die Häuser in denen die Schüler hier wohnen. Ich durfte nun schon in manchen Häusern zu Gast sein und war immer wieder fasziniert und beeindruckt davon, wie unterschiedlich die Häuser sind. Ich glaube, dass mir das als ich Schüler war, auch gefallen hätte.

Ein großer Unterschied ist allerdings, dass hier die Lehrer ihre eigenen Räume haben und die Schüler alle zwischen den Zimmern wechseln müssen. In meiner Schule in Deutschland war es umgekehrt: Die einzelnen Klassen hatten ihre Zimmer und jede Unterrichtsstunde müssen die Lehrer durch das Gebäude laufen, um zu ihren Klassen zu kommen.

Wie begann ihr Interesse in Sprachen und weshalb würden Sie den Schülern empfehlen, Sprachen zu studieren?

Mein Interesse an Sprachen begann richtig in der 7. Oder 8. Klasse, also mit etwa 12-13 Jahren. Ich habe seit der Grundschule Englischunterricht, also seit ich etwa 8 Jahre alt war. Allerdings war ich damals noch nicht so sehr daran interessiert. Das änderte sich mit einem Austauschprogramm, das meine Schule mit einer Schule aus England hat. Ich meldete mich bei dem Programm an und verbrachte zwei tolle Wochen in England. Hier stellte ich zum ersten Mal fest, dass mein Englisch gar nicht so schlecht war, wie ich davor immer glaubte. Ich konnte mich mit Menschen sprechen, die kein Deutsch konnten, ein wirklich tolles Gefühl. Davor hatte ich Englisch eigentlich nur mit meinen Lehrern oder Klassenkameraden geredet, es war für mich toll zu sehen, dass ich etwas, das ich in der Schule gelernt hatte, auch wirklich in der „echten Welt“ benutzen konnte. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich mehr mit Englisch auseinandergesetzt, aber auch mit anderen Sprachen. Es gibt zwar viele Länder in denen man mit Englisch sehr weit kommt, es ist aber immer etwas anderes mit Menschen in deren Landessprache zu sprechen. Sprache steht nie für sich allein, sie ist immer Teil der Kultur eines Landes und kann uns als Fremden in einem Land viel über die Menschen verraten und wie sie leben. Wenn man also gerne reist und in der Welt unterwegs ist, ist es immer eine gute Idee sich auch die Sprache der verschiedenen Länder anzuschauen.

Reden Sie ausser Deutsch und English noch andere Sprachen? Würden Sie gerne eine weitere lernen?

Ich habe in der Schule noch Latein und Spanisch gelernt (wenn auch nicht immer mit dem gleichen Erfolg; ich habe leider wieder viel von meinem Spanisch vergessen, weil ich es so selten benutze). Ich bin aber immer noch fasziniert von Sprachen, ich habe z.B. vor ein paar Monaten damit begonnen Japanisch zu lernen. Wenn ich noch eine weitere Sprache auswählen müsste, würde ich glaube ich Russisch oder Arabisch wählen, da ich vor allem Sprachen interessant finde, die sich stark voneinander unterscheiden.

Was wollen Sie nach Rugby tun?

Nach Rugby werde zunächst zurück nach Deutschland gehen und mein Studium beenden. Danach möchte ich als Lehrer arbeiten, ob ich das in Deutschland mache, weiß ich aber noch nicht. Ich könnte mir auch vorstellen, nach England zurückzukommen, um dann hier als Lehrer zu arbeiten. Es gibt aber auch andere Länder, wie z.B. Japan, die Fremdsprachenassistenten suchen, vielleicht bewerbe ich mich dort. Wie genau es nach meinem Studium weitergeht, habe ich bisher noch nicht final entschieden, ich lasse mich überraschen, welche Möglichkeiten sich mir bieten.

Kevin Franke